Pflege und Gesundheit
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FINDAX

FINDAX: Fuldaer Informationsdienst für angewandte Gesundheitswissenschaften und klinische Praxis

Projektleitung: Prof. Dr. Dea Niebuhr, Prof. Dr. H. Annette Grewe

FINDAX-Team: Vivien Weiß, Michaela Wolf

FINDAX-Internetauftritt

Hintergrund
Der Fuldaer Informationsdienst für angewandte Gesundheitswissenschaften und klinische Praxis richtet sich an den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft wie die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung in den Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, die Praxen nichtärztlicher Gesundheitsberufe sowie stationäre, teilstationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen. FINDAX ist eine Kontaktstelle zwischen Forschung und Praxis mit dem Ziel eines beschleunigten Transfers von aktuellem Wissen in den Berufsalltag. FINDAX beantwortet Fragen aus dem Berufsalltag und ermöglicht den in der Patientenversorgung tätigen nichtärztlichen Berufsgruppen den Zugang zu hochwertigen und aktuellen Forschungsergebnissen.

Internationale Erfahrungen mit Informationsdiensten, die nach den Methoden der evidenzbasierten Medizin und der evidenzbasierten Pflege Informationen aufbereiten, zeigen, dass die gezielte Verbreitung (Dissemination) wissensgestützter Informationen für die Implementierung einer hochwertigen evidenzbasierten Gesundheitsversorgung unerlässlich ist (Alper et al. 2005, Verhoeven, Schuling 2004, Greenhalgh et al. 2002, Brassey et al. 2001).

Pojektziele
Ein pragmatisch orientierter Informationsdienst zur gezielten Beantwortung patienten- und problemorientierter Fragen, um wissenschaftlich fundierte Evidenz in den beruflichen Alltag integrieren zu können, existiert für nichtärztliche Gesundheitsberufe in Deutschland bislang nicht. Die Forderung nach einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung wurde in Deutschland in den Sozialgesetzbüchern V und XI festgeschrieben und ist durch „evidenzbasierte“ Implementierungsstrategien zu ergänzen. Berufsangehörige der therapeutisch-rehabilitativen, pflegerisch-sozialen und medizinisch-technischen Gesundheitsfachberufe, die selbst eine systematische Literaturrecherche und die kritische Literaturbewertung nach der standardisierten Vorgehensweise der evidenzbasierten Methodik – überwiegend aus zeitlichen Gründen oder mangels Kenntnisse der Methodik – nicht durchführen können, sollen durch einen vor allem niedrigschwelligen Informationsservice für spezifische Fragestellungen in der Versorgung „evidenzbasierte Antworten“ erhalten. Behandlungs- und Pflegestandards können dieses Problem des fehlenden und schnellen Zugangs zu Informationen aufgrund mangelnder Aktualität und Gültigkeit für komplexe Fälle nur unzureichend lösen.

Fragen an FINDAX …
… werden nach der evidenzbasierten Methodik beantwortet. Evidenz wird dabei als die Summe aller verfügbaren wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen definiert. Die Suchergebnisse aus relevanten Studien oder auch ausschließlich aus Leitlinien werden sorgfältig synthetisiert, verständlich formuliert und kommentiert. Vor diesem Hintergrund ist ein Informationsdienst, der auf eine hochschulinterne Infrastruktur wie z.B. bio-medizinische pflege- und physiotherapierelevante Datenbanken und in der evidenzbasierten Methodik ausgebildeten Mitarbeiter/innen zurückgreifen kann, eine innovative Dienstleistung.

Literatur

  • Alper, B; White, D; Ge, B. "Physicans answer more clinical questions and change clinical decisions more often with synthesized evidence". Annals of Family Medicine 2005, 3(6): 507-513.
  • Brassey, J; Elwyn, G; Price, C; Kinnersley, P. "Just in time information for clinicians: a questionnaire evaluation of the ATTRACT project". British Medical Journal 2001, 322: 529-530.
  • Greenhalgh, T; Hughes, J; Humphrey, C; Rogers, S; Swinglehurst, D; Martin, P. 2002. "A comparative case study of two models of a clinical informaticist service". British Medical Journal 2002, 324: 524-529.
  • Verhoeven, A; Schuling, J. "Effect of an evidence-based answering service on GPs and their patients: a pilot study". Health Information and Libraries Journal 2004, 21(2): 27-35.

Kontakt

Prof. Dr. Dea Niebuhr
Hochschule Fulda
Fachbereich Pflege und Gesundheit
Marquardstr. 35
36039 Fulda
Tel: 0661-96060-644
dea.niebuhr@bitte-loeschen.pg.hs-fulda.de