Frauen im Wissenschaftssystem

Das Ziel der Hochschule Fulda ist es, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen des Wissenschaftssystems  zu erhöhen. Vorrangig soll dabei der Anteil von Frauen unter den Professuren insgesamt, von Studentinnen in den naturwissenschaftlich-technischen Fachbereichen sowie der Einstieg von Absolventinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen in eine wissenschaftliche Laufbahn gefördert werden.

 

Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen

Im Zuge des Hochschulpakts 2020 ist ein Aufwuchs an Professuren (bis zu 48 zusätzliche Professuren und Lehrfkräfte für besondere Aufgaben in den Jahren 2013 bis 2015) an der Hochschule Fulda geplant. Dies kann als Chance gesehen werden, die Beteiligung von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen weiter zu erhöhen. Die Hochschule fördert daher die angemessene Beteiligung von Frauen an Auswahlverfahren und erhöht damit die Einstellungschancen von Frauen. In den letzten Jahren konnte die Anzahl der Professorinnen deutlich gesteigert werden. Aktuell liegt der Professorinnenanteil bei circa 41 Prozent (Stand: 12/2014).

Dies ist unter anderem durch eine gendersensible Berufungspolitik an der Hochschule Fulda zu erklären:

  • In einem Gemeinschaftsprojekt der LaKoF mit den Präsidien der hessischen Hochschulen wurden die Hessenweiten Qualitätskriterien zur Gleichstellung in Berufungsverfahren formu­liert. 
  • Ebenso wurden die Mindestvoraussetzungen für die Einstellung als Professorin oder Professor, definiert nach HHG § 62, von der Hochschule Fulda so weit ergänzt, dass Bewerbende beispielsweise aufgrund von Erziehungszeiten nicht benachteiligt werden. So werden Teilzeitbeschäftigungen von Bewerbenden im Umfang von mind. 50 Prozent an der Hochschule Fulda wie Vollzeit gewertet.
  • 2012 wurde mithilfe der Frauenbeauftragten dafür Sorge getragen, dass Berufungsverfahren mehr Objektivität und Transparenz aufweisen. Diese überarbeiteten Prozesse sind im Qualitätsmanagement-System verankert.

Zur Einhaltung der Qualitätskriterien und Mindeststandards begleiten die Frauenbeauftragten der Hochschule Fulda die Berufungsverfahren von der Ausschreibung bis hin zur Berufung.  

 

Karriere- und Personalentwicklung für Nachwuchswissenschaftlerinnen

An den Schnittstellen Hochschulabschluss und Promotion zeigt sich, dass überproportional viele Frauen aus dem Wissenschaftssystem ausscheiden. Daher hat die Hochschule Fulda die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als eines ihrer zentralen Ziele definiert. Sie unterstützt die kooperativen Promotionen und versucht die Zahl der Promovendinnen zu steigern. Um die Promotionsbedingungen an der Hochschule zu fördern, hat die Hochschule Fulda die Liste ihrer Partner-Universitäten in den letzten Jahren deutlich erweitert.  

Zur Erhöhung des Anteils von hochqualifizierten Frauen im MINT-Bereich, hat das Präsidium der Hochschule Fulda Anfang 2015 die Teilfinanzierung zweier halber Promotionsstellen aus Mitteln der Frauenförderung für die vier MINT-Fachbereiche Oecotrophologie, Angewandte Informatik, Lebensmitteltechnologie und Elektrotechnik und Informationstechnik ausgeschrieben. Einzureichen war ein Fachbereichsfrauenförderkonzepts, das die Frauenförderung des Fachbereichs vom Studium bis hin zur Professur darlegt. Die Fördermittel gingen an die Fachbereiche Angewandte Informatik und Lebensmitteltechnologie. Die beiden Promovendinnen haben zum Sommersemester 2015 begonnen.  

Die breite Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftlerinnen soll durch das Sammeln von Praxis- und Lehrerfahrungen als auch durch die Fähigkeit eigenständiger Forschungs- und Publikationstätigkeiten gefördert werden, um somit die Karrierechancen in der Wissenschaft deutlich zu verbessern.

Ebenso sind die einzelnen Fachbereiche bestrebt, ihre hervorragenden Absolventinnen als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen zu gewinnen und in Forschungsprojekte aktiv einzubinden.

In allen Förderaktivitäten wird im Sinne des Gender Mainstreamings dort auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Karrieren von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geachtet, wo diese im Hochschulbetrieb zum Tragen kommen. 

 

Studentinnen (in Naturwissenschaft und Technik)

Die Hochschule Fulda bietet eine Vielzahl von Aktivitäten an, um junge Frauen für ein Studium zu gewinnen und ihre Einbindung in die Hochschule als auch ihre Chancen auf eine Karriere zu verbessern, insbesondere auch in Studiengängen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Diese Maßnahmen werden sowohl fachübergreifend als auch fachbereichsspezifisch angeboten. 

Mit unterschiedlichen Netzwerken und Veranstaltungen, wie beispielsweise dem MentorinnenNetzwerk oder der frauen@hs-fulda-Reihe, verfolgt die Hochschule das Ziel, das Kompetenzprofil junger Frauen im Hinblick auf die eigene berufliche und wissenschaftliche Orientierung zu stärken. 

Ebenso versucht die Hochschule Fulda ein größeres Angebot an Masterstudienplätzen anzubieten, damit mehr junge Frauen in die nächste Qualifikationsstufe des Wissenschaftssystems eintreten können. Ziel ist dabei, bei den konsekutiven Master-Studiengängen einen mindestens gleichen Frauenanteil wie in den zugehörigen Bachelor-Programmen zu erreichen.

 

Steigerung des Frauenanteils in Mint-Studiengängen

Die Hochschule Fulda versucht aktiv junge Mädchen und Frauen für ein Studium in Naturwissenschaft und Technik an der Hochschule Fulda zu ermutigen. Da geschlechtsspezifische Rollenvorstellungen die Studien- und Berufswahl von Schülerinnen und Schüler beeinflussen, engagiert sich die Hochschule Fulda mit unterschiedlichsten Aktivitäten, um ein Interesse an Technik und Naturwissenschaft zu wecken und zu fördern. Beispielhaft seien die Kinderuniversität oder der MINTmach Club Fulda genannt.

Durch interdisziplinäre Ausrichtung und didaktische Maßnahmen werden verstärkt Frauen für ein naturwissenschaftlich-technisches Studium gewonnen. Ebenso wird bei der Neueinrichtung von Studiengängen darauf geachtet, dass Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen werden. 

 

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