Bologna-Prozess

Gender-Mainstreaming im Bologna-Prozess – Risiken und Chancen für Geschlechtergerechtigkeit und bei der Umstellung auf ein zweistufiges Studiengangssystem am Beispiel der Fachhochschule Fulda

Projektleitung: Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller, Prof. Dr. Beate Blättner

Mitarbeiterinnen: MSc. Dipl. Pflegewirtin Martina Wachtlin, B.Sc. Doreen Feibig, Ulrike Fuchs, Kerstin Krüger 

Stichworte: Gender Mainstreaming an der Hochschule, zweistufiges Studiengangssystem, akademische Laufbahn von Frauen, Grounded Theory

Laufzeit: 10/2005-12/2006

Finanzierung: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Forschungsschwerpunkt Gender und Soziale Arbeit

Den Ergebnisbericht der Studie finden Sie hier.

Kurzbeschreibung:
Am Beispiel der Fachhochschule Fulda soll erforscht werden, welche Chancen und Risiken hinsichtlich der Chancengleichheit der Geschlechter mit der Umstellung von Studiengängen auf das Bachelor- und Master-Modell im Sinne des Bologna-Prozesses verbunden sind und welche Strategien sich entwickeln lassen, die mehr Chancengleichheit für die Geschlechter in Studienstrukturen und Studieninhalten bewirken können. Die Forschungsfragestellung kann in folgende Fragenkomplexe gegliedert werden:

  1. Frauenanteil in den Studiengängen
    Wie lässt sich an der Fachhochschule Fulda in den Jahren 2005 und 2006 das Einschreibeverhalten von Frauen in den gestuften Studiengängen im Einzelnen und im Unterschied zu bisherigen Einschreibungen (auch fachspezifisch) beschreiben? In welchem Verhältnis stehen Einschreibungen von Frauen in Bachelor- und Masterprogrammen vergleichbarerer Inhalte? Sind diese Tendenzen ggf. durch allgemeine bundesweite Daten und/oder Daten anderer Hochschulen zu stützen oder welche spezifischen Abweichungen sind erkennbar? Lässt sich hiermit die Hypothese festigen oder in Frage stellen, dass zweistufige Studienstrukturen für Frauen eine zusätzliche Qualifizierungshürde darstellen?
  2. Sichtweisen der Betroffenen
    Wie beschreiben Frauen Hindernisse im Übergang in die zweite Stufe und welche Ressourcen unterstützen sie darin, diesen Schritt zu gehen? Was erleben Frauen generell als unterstützend und was als belastend in ihrem Studienalltag? Wie beschreiben Frauen den Unterschied zwischen den bisherigen Studienstrukturen und den neuen Studienstrukturen? Welche Unterschiede zu den Beschreibungen von Männern sind vorhanden? Welche Forderungen an die Ausgestaltung der neuen Studienstrukturen (z.B. Workload) sind im Sinne einer Chancengleichheit der Geschlechter daraus zu entwickeln? Lässt sich ggf. die Hypothese festigen oder in Frage stellen, modularisierte Studienstrukturen würden von Frauen als entlastender erlebt?
  3. Interventionsmöglichkeiten im Sinne des Gender-Mainstreamings
    Welche Interventionen wären im Rahmen des Gender-Mainstreamings prinzipiell möglich, um den Anteil von Frauen unter den Abschlüssen von Masterprogrammen zu erhöhen? Welche Master-Studiengänge ggf. innerhalb und vor allem außerhalb der Fachhochschule Fulda haben einen für ihr Fachgebiet hohen Frauenanteil und wodurch wurde dies erreicht? Auf welchen Ebenen können Programmverantwortliche, Mentor/innen oder Fachbereichs- und Hochschulleitungen unterstützend eingreifen? Gibt es Hinweise dafür, welche Strategien erfolgsversprechend sind?
  4. Gender in Studieninhalten
    Sind Aussagen über Veränderungen genderspezifischer Inhalte der Studiengänge im Vergleich von Bachelor- und Masterstudiengängen einerseits und bisherigen Diplomstudiengängen andererseits möglich? Worauf sind diese ggf. zurückzuführen? Lassen sich Strategien beschreiben, die die Thematisierung von Gender-Aspekten in Studiengängen unterstützen?

 

Kontakt:
Prof. Dr. Beate Blättner
Hochschule Fulda
FB Pflege und Gesundheit
Marquardstr. 35
D-36039 Fulda

E-Mail: Beate.Blaettner@pg.hs-fulda.de