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Von der Kaserne zur Hochschule

Der Campus der Hochschule Fulda wurde im vergangenen Jahrhundert als Militärunterkunft bebaut und genutzt.

Bedeutende Entwicklungen der Waffentechnik, vor allem der Artillerie zu Ende des 19. Jh.s. führten zur Einführung neuer Waffen im deutschen Heer.  In Verbindung damit wurde nicht nur die bereits bestehenden Artillerieregimenter neu gegliedert, sondern auch deren Anzahl nach 1899 wesentlich vermehrt.

Fulda wurde Standort eines der neu aufgestellten Artillerieregimenter, des Regiments Nr. 47, das als das 2. Kurhessische Artillerieregiment gezählt wurde. Durch diese Standortentscheidung wurden Bemühungen des Magistrats der Stadt zum Erfolg geführt, die bereits seit längerer Zeit angehalten hatten.

Die Kaserne wurde erbaut 1899 – 1901 im Neu-Gotischen Stil, von dem Berliner Architekten August Menken, unter Ausführung des Fuldaer Architekten Fritz Adam.



Wachmannschaft

Die Garnison bildete mit ca. 1.500 Personen in der Stadt Fulda, die um 1900 ca. 17.000 Einwohner zählte, einen signifikanten Bevölkerungsanteil.

Für die Architektursprache der Kasernen ist maßgeblich gewesen, die traditionell als große, zusammenhängende Baumasse gegliederten Kasernen in Einzelgebäude aufzulösen. Maßgeblich dafür waren ästhetische Rücksichten, die es ermöglichen sollten, die Kasernenbauten im Falle eines Abzugs der Garnison auch als Wohngebäude für Familien weiter nutzen zu können. In Fulda kursierte damals das Bonmot, man baue Kasernen im Villenstil und (mit Hinweis auf Wohngebäude in der Lindenstraße) Villen im Kasernenstil. 



Noch erhalten sind 10 ehemalige Kasernengebäude, wovon 5 Gebäude von der Hochschule Fulda genutzt werden (Geb. A, B, C, D und F).  Die Gebäude A – D  sind gruppiert um den ehemaligen Antreteplatz der heute  zu einem zentralen multifunktionalen Innenhof umgestaltet der Mittelpunkt des Campus ist, gepflastert, bepflanzt und mit einem Teich versehen wurde.

 

Die Lampen der Rundbeleuchtung auf dem Campus sitzen auf Stützen aus den ehemaligen Stallungen die abgerissen wurden (heute Gebäude J).

Die Gebäude sind weitgehend einheitlich gestaltete Backsteinbauten mit einem zwei- oder dreigeschossigen Mittelteil und erhöhten und quergestellten Seitenflügeln oder Eckpavillons.  Die Dachformen sind teils Walm- und teils Satteldächer, und abwechselnd mit Schiefer oder Ziegel gedeckt.  Die Dächer sind mit unterschiedlich geformten Gaupen versehen.

Das Gebäude E – 1986-1990 gebaut , ist vierstöckig, durch das damalige Staatsbauamt Fulda, heute Hessisches Baumanagement, Außenstelle Fulda, für die Hochschule errichtet.  Die alten Gebäude, ehemals Stallungen und Schmiede waren nicht mehr nutzbar und konnten abgerissen werden.

 
Die Gestaltung ist mit der Übernahme von Stilelementen und Materialien (naturrotes Ziegelsichtmauerwerk) den historischen Gebäuden angepasst. 

Die Mensa, dem Gebäude C untergeordnet, wurde 1976 gebaut.

Zusätzlich konnte 1999 nach dem Abzug des BGS nach Hünfeld ein weiteres Kasernengelände erworben werden. Die 4 ehemaligen Unterkunftsgebäude und ein Wirtschaftsgebäude wurden für die Nutzung der Hochschule nach Vorschriften des Denkmalschutzes umgebaut.

 

"Kunst am Bau"

Im Rahmen der Kunstförderung des Landes Hessen kann die Hochschule Fulda z.Z. zwei Kunstwerke präsentieren, die mit zwei Baumaßnahmen erworben wurden:

Kinetisches Objekt von George Rickey:

Es befindet sich im Eingangsbereich Marquardstraße/Moltkestraße zwischen Geb B und C.








 
Inforrmationen zu Goerge Rickey finden Sie hier:

   Wikipedia

 

·         Zwei gleiche Massen von James Reineking:

Der „alte“ Campus der Hochschule (der von den Gebäuden A, B, C, Mensa, D und E umschlossene Platz) wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Gebäudes „E“ im Rahmen eines Architektenwettbewerbs völlig neu gestaltet.

Den Wettbewerb für die Gestaltung der Außenanlagen gewannen der Landschaftsarchitekt Klaus Heigel und der Bildhauer James Reineking.


alter Campus
 

Das Staatsbauamt Fulda schreibt hierzu:

Eine in ihrer Farbigkeit mit dem Ziegelrot der umliegenden Gebäude korrespondierende Pflasterung definiert den Platz als Kreis. Nach außen begrenzt wird er mit wiederum kreissegmentartig geformten Sitzgelegenheiten. Die so von einem Landschaftsarchitekten angelegte runde Platzgestaltung wird in Richtung des Altbaus bereichert und ergänzt durch die Plastik „an! – zwei gleiche Massen von James Reineking.

(


In ihrem faktischen Sachverhalt ist die Arbeit denkbar einfach. Sie setzt sich aus zwei gleichen Teilen zusammen, einer tragenden, segmentbogig gerundeten Stahlplatte und einer darauf lastenden breiteren, dafür aber weniger hohen Form mit gleicher Krümmung. Die beiden Kreissegmente sind zueinander versetzt. Der lastende Teile ragt links nach innen zur Kreismitte und rechts nach außen bündig über. Da der Berührungspunkt genau in der Mitte der 7 m langen Formen liegt, entsteht ein stabiles Gleichgewicht. Wie im Titel angegeben, haben beide Teile dasselbe Gewicht.

James Reineking wurde 1937 in North Dakota, USA geboren, studierte an verschiedenen Universitäten in den USA und schloss 1967 mit dem Master of Fine Arts ab.

Er erhielt mehrere Stipendien und nahm  u. a. an der Ausstellung „Skulptur“ in Münster und an der Dokumenta teil. Seit 1980 lebt er ständig in Deutschland, war 1989 erster Stadtbildhauer in Hanau und seit 1990 Professor für Bildhauerei an der Akademie für bildende Künste in München.