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Basisqualifizierung Schuldnerberatung: Bausteine und aktuelle Termine

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Baustein 1: Rechtliche Grundlagen in der Schuldnerberatung

Nächster Termin: 21. - 24. April 2016

In Baustein 1 werden die in der sozialen Schuldnerberatung relevanten rechtlichen Grundlagen im Bereich des Zivilrechts vertieft. Zunächst wird die Rahmung der (rechtlichen) Beratung in der Schuldnerberatung im Hinblick auf das Rechtsdienstleistungsgesetz vorgestellt. Darauf aufbauend werden die Voraussetzungen für zulässige Rechtsdienstleistungen im Kontext Schuldnerberatung vermittelt. 

Im Hinblick auf die Praxis der Schuldnerberatung liegt ein weiterer Schwerpunkt auf dem Allgemeinen Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs (Stichworte: Verjährung und Verwirkung) sowie im Rahmen des Besonderen Teils auf der Forderungsprüfung, gefolgt von einer Einführung in das sog. Bankrecht.

Im zweiten Teil von Baustein 1 werden relevante Bereiche aus dem Familien- und Erbrecht thematisiert, in denen sich regelmäßig Berührungspunkte mit dem Insolvenzrecht ergeben: Denn durch Trennung und Scheidung kommt es immer wieder zu Liquiditätsproblemen, zum Beispiel durch Zahlungen auf den Zugewinn oder durch Unterhaltspflichten. 

Um hier kompetent beraten zu können, ist die rechtliche Einordnung der Verpflichtungen und die Kenntnis der aktuellen Rechtssprechung unabdingbar. Auch sind vor Beginn eines Insolvenzverfahrens oftmals Vorkehrungen im Bereich des Erbrechts zu treffen, welche erbrechtliches Grundlagenwissen erfordern.

Weiterer Bestandteil von Baustein 1 ist die praktische Einführung in die Arbeit mit der elektronischen Lernplattform der Hochschule Fulda (moodle).

Seminarleitung: Prof. Dr. Sabine Pfeffer und Rechtsanwältin Daniela Weil

Baustein 2: Beratung und Gesprächsführung in der Schuldnerberatung

Nächster Termin: 20. - 21. Mai 2016

Allgemeine Beratungs- und Gesprächsführungskompetenzen sind wichtig für die Gestaltung einer erfolgreichen Arbeitsbeziehung zwischen Beratenden und Klienten. Insbesondere die Klärung von Ursachenfaktoren der Überschuldung und die Erkundung von alternativen Handlungsstrategien erfordert ein Vertrauensverhältnis, dessen Aufbau durch eine professionelle Gesprächsführung und die reflektierte Ausgestaltung der eigenen Rolle als Berater bzw. Beraterin unterstützt wird.

Neben Veränderungen der Lebenssituation und des sozialen Umfelds spielen für das Entstehen einer Überschuldung nicht selten auch psychische Faktoren eine zentrale Rolle: zum Beispiel generelle Schwierigkeiten bei der Planung des eigenen Lebens, beim Aufschub von Befriedigung und im Umgang mit Versuchungssituationen. Von daher erfordert effektive Beratungstätigkeit Kenntnisse über grundlegende Prozesse von Verhaltensänderung und über die wesentlichen Faktoren beim Aufbau einer Änderungsmotivation.

Nach einer Einführung in die relevanten psychologischen Grundlagen stehen in diesem Baustein das Kennenlernen und Üben wesentlicher Methoden und Techniken der Gesprächsführung und Beratung im Vordergrund.

Seminarleitung: Prof. Dr. Uli Sann

Baustein 3: Kriseninterventionsmöglichkeiten

Nächster Termin: 09. - 12. Juni 2016

Vor der langfristigen und nachhaltigen Regulierung von Schulden geht es in der sozialen Schuldnerberatung oftmals zunächst um die kurzfristige Stabilisierung von Lebenssituationen und um die Bewältigung akuter Krisen. Dieser Baustein behandelt die Schwerpunkte Stabilisierung des Haushalts und Budgetberatung sowie existenzsichernde Krisenintervention vor allem im Bereich der Primärschulden, z.B. bei Miet- und Energieschulden, bei Geldstrafen und bei existenzgefährdenden Forderungen aus unerlaubten Handlungen. Detailliert werden Ansätze und Wege zum Schuldnerschutz in der Zwangsvollstreckung und ein Überblick zum Bereich Pfändung erarbeitet. Abgerundet wird dieser Baustein durch für die Schuldnerberatung relevante Aspekte, die sich aus dem SGB II ergeben, z.B..: anspruchsberechtigter Personenkreis, Leistungsumfang, Einkommensbereinigung und Erwerbstätigenfreibetrag, Berechnungen des sozialhilferechtlichen Bedarfs, Möglichkeiten der Darlehensgewährung.

Anhand konkreter Fallbeispiele wird das bisher erworbene rechtliche und beratungspraktische Wissen angewandt und vertieft, um auf die spätere Beratungspraxis vorzubereiten.

Seminarleitung: Diplom-Sozialarbeiter Malte Poppe

Baustein 4: Verbraucherinsolvenzverfahren und Restschuldbefreiung

Nächster Termin: 7. - 9. Juli 2016

Dieser Baustein bietet einen umfassenden rechtlichen Überblick über das Verbraucherinsolvenzverfahren. Beginnend mit der außergerichtlichen Schuldenbereinigung über das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren und das Insolvenzverfahren selbst bis hin zur Wohlverhaltensperiode und Restschuldbefreiung werden hier die rechtlichen Hintergründe dargestellt und punktuell vertieft. Insbesondere im Bereich der Restschuldbefreiung werden die aktuellen Urteile aufgearbeitet und die Tendenzen der Rechtsprechung beleuchtet, deren Kenntnis unabdingbar für eine umfassende Beratung ist. Die Teilnehmenden werden befähigt, juristische Sachverhalte zu erfassen und in die Lage versetzt, ihre Klienten während des Insolvenzverfahrens kompetent und umfassend zu beraten.

Seminarleitung: Rechtsanwältin Daniela Weil

Baustein 5: Onlineberatung und Organisation der Schuldnerberatung

Nächster Termin: 8. - 10. September 2016

Das Kommunikationsverhalten hat sich mit der Entwicklung der digitalen Medien in den letzten Jahren grundlegend erweitert. Dies stellt Beratungskräfte vor neue Chancen und Herausforderungen. Im ersten Teil dieses Bausteins werden als Online-Beratungstools Chat, Diskussionsforen und vor allem E-Mail vorgestellt, anhand von Praxisfällen geübt und der Mehrwert für die Praxis der Schuldnerberatung diskutiert. Neben dem Erwerb notwendiger technischer Kompetenzen liegt hier der Schwerpunkt auf den kommunikativen Anforderungen zur pädagogischen Wirksamkeit von Online-Beratung.

Im zweiten Teil dieses Bausteins steht die Organisation einer Schuldnerberatungsstelle im Vordergrund. Es werden grundlegende Fragen nach den Finanzierungsmöglichkeiten einer Beratungsstelle, dem Umgang mit zwangsweise vom Jobcenter geschickten Klienten oder dem Einsatz von Verwaltungskräften und ehrenamtlichen Mitarbeitern diskutiert. Daneben steht der Ablauf vom Erstkontakt bis zum Beratungsende im Fokus. Lassen sich Wartezeiten für Klienten vermeiden? Sind feste Terminvergaben oder offene Sprechzeiten vorteilhafter? Welche Unterstützungsmöglichkeiten kann spezielle Schuldnerberatungssoftware bieten? Welche Anforderungen an die Aktenführung sind sinnvoll? ...

Seminarleitung: Diplom-Sozialarbeiter Volker Haug

Baustein 6: Beratungspraxis in der Schuldnerberatung

Nächster Termin: 22. - 25. September 2016

In diesem als Workshop konzipierten Baustein werden folgende Schwerpunkte behandelt: Kennenlernen, Entwickeln und Vertiefen des Themenbereichs Verhandlungsstrategien, Erarbeitung des Selbstbilds von Schuldnerberatung und Bedeutung von Beratungsabläufen und Beratungssettings.

Grundlage für die aufgeführten Themen ist nach Inputreferaten die Fallarbeit in Kleingruppen und im Plenum. Ziel ist es, fallspezifische Beratungs- und Verhandlungsstrategien zu entwickeln, um in der späteren Praxis effektiv beraten und handeln zu können. 

Abschließend besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer schriftlichen Abschlussprüfung zum Erwerb des Hochschulzertifikats "Basisqualifizierung Schuldnerberatung".

Seminarleitung: Prof. Dr. Uli Sann, Diplom-Sozialarbeiter Malte Poppe

Hilfreich für Anreise und Zeitplanung

Alle Präsenzphasen finden im Hochschulzentrum Fulda Transfer statt. Das Hochschulzentrum liegt zentral in der Innenstadt von Fulda und ist vom ICE-Bahnhof in ca. 7 Gehminuten erreichbar. 

Am Anreisetag beginnen die Seminare zum 14.00 Uhr. Seminarende am Abreisetag ist um 13.00 Uhr. Ganze Seminartage dauern von 9.00 bis ca. 17.30 Uhr.

Achtung: Baustein 2 beginnt am Anreisetag bereits um 09.00 Uhr und endet an beiden Tagen um ca. 18.00 Uhr.

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