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Zertifikat Ernährungspsychologie: Inhalte und Termine

Zertifikat Ernährungspsychologie (ZEP): Inhalte und aktuelle Termine

Jeder Baustein beginnt und endet mit einer je zweitägigen Präsenzphase an der Hochschule Fulda. Im Rahmen eines angeleiteten Selbststudiums befassen Sie sich in der Zeit zwischen den Präsenzphasen eines Bausteins mit von uns erstellten Studienmaterialien. Hierfür sollten Sie ca. 6 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche rechnen. Die Studienmaterialien dienen zum einen der eigenständigen theoretischen Vertiefung der jeweiligen Themen und unterstützten Sie zum anderen bei der Bearbeitung eines kleineren Projekts zur Umsetzung des Gelernten in Ihre berufliche Praxis. 

1. Baustein "Essverhalten"
Gesundes Essverhalten zu fördern ist nur möglich, wenn klar ist, welche Faktoren Essverhalten beeinflussen. Dazu zählen genetische und somatische, kulturelle, soziale und psychologische Faktoren. Vor allem die sozio-kulturellen und psychologischen Determinanten lassen sich im Rahmen von Interventionen modifizieren. Sie lernen, das Zusammenspiel aller auf das Essverhalten einwirkenden Faktoren personenbezogen zu analysieren und zielgruppen- oder individiuumsspezifische Interventionen zu planen und umzusetzen. Neben Nahrungsaufnahme zum Erhalt des körperlichen Wohlbefindens hat Essen in vielfacher Hinsicht kompensatorische Funktionen, die nicht selten in einer Essstörung münden. Sie lernen verschiedene Behandlungsformen von Essstörungen und Präventionsansätze zur Stärkung des "psychosozialen Immunsystems" kennen. Und Sie können die Rolle der Ernährungsberatung bei der Behandlung von Menschen mit Essstörungen einschätzen.
Termine der Präsenzphasen: 09./10. September 2016 und 07./08. Oktober 2016

2. Baustein "Ernährungskommunikation"
Was macht gelungene Kommunikation in der Ernährungsberatung oder in anderen Gesundheitsberufen aus? In Beratungssituationen treten Berater und Klient miteinander in Interaktion und nehmen Beziehung zueinander auf. Neben dem Gesprochenen wirken nonverbale Anteile und bewusste und unbewusste Ebenen auf den Gesprächsverlauf und damit auf das Gesprächsergebnis ein. Dabei ist die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern von besonderer Bedeutung. Sie lernen, wie Sie als Beraterin oder Berater in der Praxis diese Beziehung analysieren und das Beziehungsgefälle zwischen Ihnen und Ihren Klienten mildern können. Sie kennen Kommunikationsfehler und Wege, diese zu vermeiden. Sie sind sich Ihrer Körpersprache und Ihres Raumverhaltens bewusst und wissen um die spezifischen Anforderungen der Interaktion in und mit Gruppen. Praxisnahe Übungen wie Rollenspiele, Statements vor der Gruppe und Übungen zum Raumverhalten sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Bausteins.
Termine der Präsenzphasen: 11./12. November 2016 und 09./10. Dezember 2016

3. Baustein "Prävention und Gesundheitsförderung"
Prävention und Gesundheitsförderung sind in aller Munde, wenn es um aktuelle ernährungsbezogene Gesundheitsprobleme wie z. B. Bluthochdruck oder Jodmangel geht. Prävention und Gesundheitsförderung werden häufig synonym verstanden - tatsächlich verbergen sich hinter diesen Begriffen unterschiedliche Konzepte zu Geundsheitsförderung einerseits und Prävention andererseits. Sie lernen die jeweils wichtigsten Konzepte kennen und können ihre Vor- und Nachteile beurteilen. Sie wissen, nach welchen Kriterien Sie einen Präventions- oder Gesundheitsförderungsansatz für ein gegebenes Problem auswählen und wie Sie ihn in der Praxis umsetzen und evaluieren. Um evidenzbasiert vorgehen zu können, erwerben Sie Orientierungswissen zur Auswertung und Interpretation von - auch sich scheinbar wiedersprechenden - Studienergebnissen. Dieses Wissen unterstützt Sie auch in der Kommunikation mit Klienten, die durch vordergründig widersprüchliche Meldungen zu zu Ernährungsthemen so verunsichert sind, dass gesundheitsförderliches Verhalten nur halbherzig oder gar nicht entwickelt wird.
Termine der Präsenzphasen: 13./14. Januar 2017 und 10./11. Februar 2017

4. Baustein "Ernährungsberatung"
Ernährungsberatung ist ein helfendes Gespräch zwischen Berater und Klient mit dem Ziel, ungünstiges Ernährungsverhalten langfristig zu ändern. Ernährungsberatung informiert und erarbeitet gemeinsam mit dem Klienten individuelle Ansätze und Möglichkeiten zur Umsetzung der Beratungsinhalte in ihren jeweiligen Alltag. Bewährte sozialpsychologische Beratungsmodelle tragen dazu bei, dass die Umsetzung dauerhaft gelingen kann. Stellvertretend lernen Sie die klientenzentrierte Beratung und verhaltenstherapeutische Ansätze kennen. Weitere Themen sind der Umgang mit sogenannten "schwierigen" Klienten und Balint-Gruppen. Da Ernährungsberatung häufig in Gruppensettings stattfindet, beleuchtet Baustein 4 auch die spezifischen Herausforderungen an Gruppenberatung und die Moderation von Gruppen. Insgesamt werden Sie in die Lage versetzt, Beratungssituationen gestalten, reflektieren und Ihre eigene Rolle als Berater analysieren zu können.
Termine der Präsenzphasen: 10./11. März 2017 und 21./22. April 2017

5. Baustein "Ernährungserziehung und Ernährungsbildung"
Traditionelle Ernährungserziehung hatte viele Jahre ihren festen Platz. Gut gemeint und pädagogisch begründet ging man davon aus, dass die Weitergabe von klassischem Ernährungswissen und klaren Vorgaben, was gut und gesund sei, zu verändertem Ess- und Ernährungsverhalten führen würde. Bei keiner der Zielgruppen, auch nicht bei Erwachsenen, hatte das jedoch den gewünschten Erfolg. Ernährungsbildung als modernes emanzipatorisch-pädagogisches Konzept geht hingegen von einem selbstbestimmten Verständnis von Gesundheit aus und zielt auf die Bildung eines bewussten und selbstentscheidenden Ernährungsverhaltens ab. In Baustein 5 befassen Sie sich ausführlich mit den Bildungszielen Empowerment, Verantwortungsbewusstsein und genussvolle Gestaltung des Ernährungsalltags. Sie werden in die Lage versetzt, den Aufbau von Ernährungskompetenz in unterschiedlichen Zielgruppen beratend und unterstützend zu begleiten.
Termine der Präsenzphasen: 19./20. Mai 2017 und 23./24. Juni 2017